Steinerweg - Hoher Dachstein
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Steinerweg - Hoher Dachstein (5)

Der Steinerweg ist DER Klassiker in der Dachsteinsüdwand, für Alpinisten ein Muss. Die Kletterei ist abwechslungsreich, die Felsqualität bis zum Schluchtüberhang sehr gut.
5
Diff
Alpin
06:00
1000m
685Hm
01:45
03:00
S
Abs
Fels
h.alp
22.09.1909, Georg "Irg" und Franz Steiner

Informationsstand: 03. August 2015

Zustieg

Vom großen Parkplatz am Ende der Mautstraße (Talstation Gletscherbahn) den gut beschilderten Wanderweg bis zur Dachstein Südwandhütte folgen (ca.30min). Von dort weiter Richtung Johann Klettersteig bzw. Dachstein Südwand. Zuerst etwas absteigen in das Auretskar. Hier aber immer möglichst rechts halten (nicht zu weit absteigen!) über einige Rinnen (Steinmänner und Rote Punkte) bis zu kleinem Bach (großer Roter Punkt). Über einen Vorbau (Kletterstellen an geschliffenen Platten mit Drahtseilen versichert) gelangt man in die Hundries'n. Anschließend nach links zum Mitterstein (genau auf Markierungen achten!). Vom Mitterstein weiter Richtung Westen kurz absteigen zum Fuße der Dachstein Südwand.

Zugang

Vom Mitterstein unter der Südwand meist über Schneefelder queren, nach einer markanten Höhle (Dom) beginnt das Einstiegsscheefeld, welches auch im Spätsommer oft gefrohren und somit unangenehm zu gehen ist. Nach dem letzten Schneefeld führt ein kurzer Aufschwung (Bohrhaken) aufs Einstiegsband.

Beschreibung

Der Steinerweg ist einer der Klassiker, den Alpinisten in ihrem Tourenbuch stehen haben sollten. Im Gegensatz zu manch anderem Klassiker hat der Steinerweg abwechslungsreiche Kletterei in wunderschönem Ambiente, die Felsqualität ist bis zum Schluchtüberhang (Schlüsselstelle) meist sehr gut, Tiefblicke sind garantiert und die Absicherung ist für eine alpine Tour dieser Kategorie in Ordnung.

Dachleck Dachleck Vom Einstiegsband startet man in einen Schrägriss, unmittelbar danach folgt eine lange schöne Rissverschneidung, danach weiter über teils schrofiges Gelände zum Standplatz vor dem Dachleck. Bei der ursprünglichen Linienführung klettert man nach dem Riss wieder ab, besser ist es nicht abzuklettern sondern direkt gerade rauf (Bohrhaken). Ein leichter Riss führt aufs Plattendach. 

Erste Seillänge nach dem Plattendach Erste Seillänge nach dem Plattendach Das Plattendach ist vorwiegend Gehgelände (ca. 100m 1er und 2er Gelände) wird am untersten Band gegangen vereinzelt Bohrhaken und der letzte Standplatz der Hazardline (Rückzugsmöglichkeit sehr luftig). Weiter in einem Linksboden unter den Pfeiler, damit endet der erste Teil des Steinerweges, Richtzeit ca. 1,5 Stunden.

Struktierte plattige Kletterei zum Steinerband Struktierte plattige Kletterei zum Steinerband Über einen Riss bzw. Rissverschneidung gelangt man in zwei Seillängen auf den Pfeilerkopf, wo sich der Steinerweg in zwei Varianten aufteilt. Der Variante über das Salzburgerband und gerade Rauf zum Steinerband. Für Erstdurchsteiger empfiehlt es sich das Steinerband zu klettern, da es dem Weg der Erstbegeher entspricht und außerdem einfach cool ist. Vom Pfeilerkopf weiter über einen plattigen aber gut strukturierten Pfeiler zum Beginn des Steinerbandes. 

Steinerband Steinerband Das Steinerband wird in zwei oder drei Seillängen geklettert, die Schwiergkeit liegt in einer Unterbrecherstelle gegen Ende des Bandes. Teilweise geht man auf dem Band, teilweise wird gekrochen und teilweise gehangelt, die Tiefblicke sind atemberaubend. Es steckt genug Material, damit es streßfrei bzw. A0 geklettert werden kann. Am Ende befindet man sich am Standplatz unter dem Steinerkamin. 

Steinerkamin Steinerkamin Der Steinerkamin ist ein weiteres Highlight der Tour, perfekter Fels schöne Kletterei, gleichzeitig markiert der Steinerweg den Beginn der Kamine und Rissverschneidungen, also klassische Kletterei.
Das Ende dieses Abschnittes stellt ein Kamin mit einem Klemmblock dar, hier nicht durch den Kamin sondern einfacher rechts vorbei.

Schluchtüberhang Schluchtüberhang Eine einfache Seillänge leitet zum sogenannten Schuttplatz mit dem Standplatz vor dem Schluchtüberhang. Der Schluchtüberhang ist die Schlüsselstelle der Tour mit dem Rucksack etwas blöd zu klettern, es kann auch sein, dass die Bohrhakenlasche fehlt, die Stelle kann aber mit einem Friend zusätzlich sehr gut abgesichert werden.
In freier Kletterei empfiehlt es sich etwas weiter links zu klettern, da allerdings schlechte Sicherungsmöglichkeiten. 

Schrofige obere Teil Schrofige obere Teil Nach dem Schluchtüberhang ändern sich sowohl Felsqualität als auch das Gelände, die Wand legt sich zurück, das Gelände wird unübersichtlicher, die Felsqualität lässt stark nach, die klettertechnischen Schwierigkeiten sind allerdings vorbei.
Man klettert immer am linken Rand der Schlucht, auf keinen Fall durch die Schlucht, viel lose Steine und Schutt, man würde unweigerlich Steinschlag auslösen und etwaige nachkommende Seilschaften gefährden.
In der letzten Seillänge wird die Schlucht gequert und man bezieht Stand unmittelbar unter dem Westgrat.

Abstieg

Über den Westgrat auf den Gipfel und über den Randkluft bzw. Schulteranstieg zum Gletscher weiter über den Touristenweg zur Bergstation Hunerkogel. Vor der Bergstation links zur Hunerscharte absteigen und über den Hunerschartenklettersteig zurück zur Dachsteinsüdwandhütte.

Tourdaten

Schwierigkeit, Orientierung, Klettertechnik

Schwierigkeit Orientierung Felsstrukturen Charakter
5 Bei der Variante übers Steinerband einfach, übers Salzburgerband klassischer Verhauer in die Münchner Kamine Verschneidung, Riss, Überhang, Kamin, Traverse, Hangel steil, ausgesetzt

Absicherung

Allgemein Bohrhaken Normalhaken
in Ordnung einige wenige

Ausrüstung

50m 6 2 Sort 1 Hinweis
Steigeisen für das Einstiegsschneefeld

Tourdaten

Höhe Einstieg Höhe Ausstieg Wandhöhe
2.280m 2.965m 685Hm

Wegpunkte

Wegpunkt Lat Lon Höhe
Start/Einstieg N 47° 28.41786' E 13° 36.34626' 2.280m
Ausstieg N 47° 28.48506' E 13° 36.26238' 2.965m
GPX Download

GPS-Tracks

Name Distanz Höchster Punkt Start/Ende  
Steinerweg 03.08.2015 17km 192m 2.992m Montag, 3. August, 2015 05:38
Montag, 3. August, 2015 17:18