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Dachsteingebirge - Grimming - Ost-West Überschreitung


3+
Diff
10:00
18.0km
1651Hm
02:00
03:00
Abs
Fels


Sehr spannende Überschreitung des überwältigenden Gebirgsstock des Grimming-Massivs. Die Ost-West Überschreitung des Grimmings ist sicherlich eines der noch verbliebenen großen Abenteuer im Ostalpenraum.

Zustieg (2 Std, 1100Hm)

Vom Parkplatz beim Schloss Trautenfels oder von Niedersuttern entlang des markierten Wanderweg Richtung Grimminghütte. Von dort weiter auf dem Weg Nr.681 Richtung Grimming über eine mit Leitern versicherte Steilstufe vorbei an der letzten Wasserauffüllstelle am Grimming (nicht nach längeren Trockenzeiten)  zur Kreuzung vor einer weiteren Steilstufe. Hier zweigt Rechts der Weg über das Multereck ab. Nach links geht es weiter in die Schneegrube, zur Einstiegsrampe des SO-Grats.

Beschreibung

SO-Grat (700Hm, 1,4km, 90Min):
Die breite Rampe überwindet man am besten auf der traumhaften Karstplatte links des markierten Weges. Am Grat angekommen folgt man den sehr guten Markierungen. Über einige Rinnen, Rampen und kurzen Verschneidungen gelangt man zum Gipfel des Grimming. Die Schlüsselstelle bildet dabei eine kurze Platte (UIAA II+). Es sind einige sehr lohnende Varianten bis 4- möglich.
Am Gipfel angekommen gelangt man in 2 Min Richtung Westen zum Biwakplatz.
Biwakplatz :
Der Biwakplatz befindet sich etwas Westlich den Gipfels in einer kleinen Senke und man ist dort daher sehr gut vor Wind geschützt.
Hier befindet sich ebenfalls eine Biwakschachtel als Notunterstand. Diese ist mit zwei schmalen Bänken einigen alten Schlafsäcken und Decken ausgestattet, sollte jedoch nur in Notfällen verwendet werden.
Bei Windstille ist eine übernachtung direkt am Gipfel oder etwas Richtung Multereck zu empfehlen. Man muss dann beim Sonnenaufgang nicht aus seinem Schlafsack..
Weitere OW-Überschreitung (+500Hm, -600HM, 4km, 4h ohne Sicherung und ohne Verhauer):
Von der Biwakschachtel folgt man dem markierten Wanderweg Richtung Kulm. Nach der Ersten teilweise Versicherten Steilstufe zweigt man nach links über Grasbänder in Richtung Scharte zwischen  Schartenspitze und Grimming ab. Am Grat wird man vom steinernen Wächter erwartet.
Hier folgt man dem teilweise sehr schmalen und sehr ausgesetztem Grat bis zur markanten Gipfelplatte der Schartenspitze. Dabei überwindet man (bergauf und bergab) kleinere Kletterstellen im Schwirigkeitsgrat bis UIAA II+.
Die Platte vor dem Gipfel hat einige schöne Varianten zu bieten. Der Riss in der Mitte der Platte ist mit Ausnahme einer kurzen brüchigen Stelle traumhaft zu klettern (ca. IV+). Die leichteste Variante befindet sich südseitig II+. Nun erreicht man die Schartenspitze (2328m) (ca. 90min ohne Sicherung vom Biwak).
Anschließend geht es weiter hinab in eine steile Scharte. Hier kann man nach einem kleinen Felsturm die einzige Markierung dieser Route erkennen und man muss sich für eine weitere Variante entscheiden. Über sehr schöne verlockende Rissverschneidung ostseitig hinauf (geschätzt: V-VI) oder ab Markierung diesen Gratabschnitt nordseitig umgehen. Über ein Band gelangt man anschließend wieder zurück auf Grat. Nortseitig sind hier weitere Varianten möglich, aufgrund der schlechten Felsqualität aber nicht empfehlenswert und sehr gefährlich!
Anschließend folgt man dem Grat weiter bis zu Scharte, in dem sich Fackeln von einer alten Gratbeleuchtung befinden. Hier geht es durch eine steilen Kaminund einer schönen Platte aufwärts (III+) oder man umgeht die Stelle südseitig (II+). Bei beiden Varianten ist besonders auf brüchige Wandteile zu achten!
Hier geht es in leichterem Gelände aufwärts zum Vorgipfel und weiter hinab in die Scharte.
Über einen steilen Riss (geschätzt: VI) erkennt man einen Torstahlbügel zum abseilen bei der begehung in die andere Richtung. Am einfachsten quert man nach Rechts (Norden) und steigt in einer flachen Verschneidung aufwärts (III-, 1xNH, sehr ausgesetzt).
Nun gelangt man in leichtem Gelände zum kleinen Grimming (2290m) (bzw. Steinfeldspitze) (ca. 90min ohne Sicherung von Schartenspitze).
Nun ist der klettertechnisch anspruchsvolle Teil der Route geschafft. Man geht weiter über große Wiesen in Richtung Westen zum Gipfelaufschwung des Zwölfers welcher ebenfalls leicht zu überwinden ist. Nach ca. 30 min (ab Kl.Grimming) erreicht man den Gipfel des Zwölfers (2146m)

Zusammenfassung:
Die Route verläuft teilweise über sehr ausgesetzte Stellen und durch ein paar sehr brüchige Passagen. Eine sichere Absicherung ist an manchen brüchigen Stellen nur sehr schwer, in den Schlüssen jedoch sehr gut möglich.
Auf der gesamten Tour ist aufgrund der fehlenden Markierung ein alpiner Spürsinn nötig! Dies macht diese Tour zusammen mit der überwältigenden Ausgesetztheit dieses Grates und der seltenen Begehungen zu einem wirklichen alpinen Abenteuer, welches auf keinen Fall unterschätzt werden sollte! 
Bei der gesamte Überschreitung (mit zu und Abstieg) überwindet man insgesamt 2400Hm Bergauf und eine Länge von 18km und ist daher wegen der Vielzahl an möglichen Verhauern auf einem Tag nicht zu empfehlen. Weiters gibt es auf der gesammten Tour keine möglichkeit Wasser aufzufüllen (im Notfall Schneefeld am Gipfel).


 

Abstieg (3 Std)

(-1600Hm) Vom Gipfel des Zwölfers get es ein kleines Stück am flachen Grat Richtung Westen weiter. Hier führen leichte Steigspuren durch steile Rinne Nord-seitig bergab. Anschließend geht es am Grat noch ca. eine Stunde entlang bis kurz vorm Krautschwellereck. Hier führt durch eine sehr steile Rinne (Langer Anger) ein markierter Weg  880Hm zum Jagdhaus hinab. Von hier geht es auf der Forststraße weiter Richtung St. Martin.
Besonders ist darauf zu Achten am Krautschwellereck nicht in Richtung Zehnerspitz weiter zugehen. Der Gamssteig verliert sich irgendwo zwischen Zehnerspitz und Mittereck in den Latschen und es ist nur noch ein Abstieg über die steile Südseite möglich.

Geschichte

Laut alten Universumfolge „Eines der letzten Abenteuer in den Alpen“ Weitere Informationen zur Geschichte rund um das Grimming-Massiv finden sie auf Mount-Grimming oder im Grimmingbuch 2001 v. Bruno Mayer. Weitere Informationen auch unter Grimming auf geomix.

Schwierigkeit, Orientierung, Klettertechnik

Schwierigkeit Orientierung Charakter, Felsstrukturen
3+ (3+ obl.)
Auswahl des Routenverlaufs erfordert alpinen Spürsinn. Man gelangt sehr leicht in schwereres und teilweise sehr brüchiges Gelände!
Teilweise sehr schwer den leichtesten Weg zu finden steil, ausgesetzt, Verschneidung, Riss, Piaz, Reibungskletterei, Platten, Quergang, Hangel

Absicherung

Allgemein Bohrhaken Normalhaken Sanduhren, Bäume Kommentar
sehr schlecht keine keine keine In der gesamten Tour ist ein Normalhaken zu finden

Ausrüstung

50m
4
Sort
1 - 13
Sonstiges
Reepschnür zum Standplatzbau

Tourdaten

Höhe Einstieg Höhe Ausstieg Wandhöhe
700m 2351m 1651Hm

Stand:

11.September 2011

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